Wie blickt es sich auf bekannte Bilder und Erinnerungen, wenn viele Jahre vergangen sind? Gibt es ein Loslassen, einen Rückblick, ohne das sich die Gegenwart einschreibt?
Leon Friederichs geht in seinen aktuellen Bildern Landschaften und Räumen aus der Kindheit nach. Die in der Erinnerung eingebrannten Ausschnitte formen sich in den Gemälden zu einem. Ein Überlagern von Jahren und Jahreszeiten, in den Schichtungen kommuniziert sich mehr als die Bestandteile eines Moments.
Diese Gleichzeitigkeit von Bewegung ist es auch, die Friederichs immer wieder in Landschaften und Gebäuden einfängt, sei es über die Darstellung von Licht, Wind, Wolken, Schatten oder über die Dynamik der Objekte selbst.
Weit entfernt von Daheim und doch diesem zugewandt, in ständiger Auseinandersetzung, wie es abzubilden ist, wie die patriarchalen und gesellschaftlichen Strukturen mitzunehmen sind, ohne sie ausschließlich wiederzugeben, sondern sie im Prozess der Betrachtung zu transferieren.
— Michèle Yves Pauty